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wahlbeobachtung
08:03

Erste Eindrücke vom Morgen

Der Einsatz der NEDAPs bei den Kommunalwahlen startete nicht ohne Probleme. In mindestens einer Gemeinde ließen sich mehrere Wahlcomputer nicht für die Wahl freischalten. Die Wahlvorstände waren in der Regel mit der Situation komplett überfordert. 

In zwei beobachteten Wahllokalen war nach einigem hektischen Gebastel und einem kompletten Neustart der gesamten Prozedur dann erst etwa dreißig Minuten nach Öffnung des Wahllokals eine Wahl möglich.

Die Wähler – hier besonders ältere –  sind vielfach überfordert von der in winziger Schrift aufgedruckten Vielzahl der Wahlvorschläge. Eine Lupe hängt daher jetzt als Neuerung an einer Schnur am Wahlcomputer, damit überhaupt etwas zu erkennen ist. Die Abgabe von sechs Stimmen plus nachfolgendem Drücken der Stimmabgabetaste ist nicht für jeden Wähler einfach. 

Der Wahlvorstand lauert nur darauf, daß es sechsmal piept, sonst ist irgendwas falsch. Daß man auch ungültig wählen oder freiwillig eine geringere Anzahl Stimmen abgeben kann, sorgt für Verwirrung. "Freischaltungsproblem" heißt das dann. Im Zweifel ist immer der Wähler schuld. Wenn der Wähler geht, bevor er die Stimmabgabetaste gedrückt hat,  entsteht ein Dilemma. 

In Neuenhagen wurden die Wahlcomputer bereits das ganze Wochenende in den Gebäuden der Wahllokale gelagert (Kita, Schule etc.). Die Versiegelung wurde nur auf Anwesenheit, jedoch nicht auf Siegelnummern, Plombenstempel oder ähnlichen Merkmale überprüft. Der Sinn der Siegel, Plomben oder Checksummen ist den Wahlhelfern weiterhin nicht bekannt, ein baugleiches Siegel würde nicht auffallen. Daß zur Prozedur ein Vergleich der Prüfsumme der Software mit dem Kassenzettelausdruck der Konfiguration gehört, ist nicht allgemein bekannt und fällt in der Regel unter den Tisch.
Reposted bypolzifersilenuscchristophbrightbyte

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